Tag 13: Da sich der Volvic-Test nun wirklich dem Ende zuneigt und ich morgen mein großes Fazit ziehen werde nach 14 Tagen Wassertrinken, wird es Zeit, mal zu sehen, was ich da eigentlich jeden Tag in mich reinschütte. Gut, auf der Flasche steht “natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure”. Das lässt mich schonmal erleichtert aufatmen. Hätte schlimmer sein können. Ich hätte zum Beispiel zwei Wochen lang Ameisensaft trinken können oder aus leeren Tonerkassetten gefilterten Dreck. Nein, es war nur Wasser. Puh.
Ich finde auch löblich (und da wird sich mein Auftraggeber natürlich freuen, wenn ich ihn hier lobe, oder?), dass er nichts Verschwurbeltes auf die Flaschen schreibt. “Natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure”. Ohne das “Hydrogencarbonat-Natrium-Plus”. Mich ärgert es jedes Mal, wenn ich solche Sätze lese. “Leute, Ihr verkauft Wasser!” will ich den Entscheidern in solchen Firmen immer entgegenbrüllen, aber wahrscheinlich sitzen die den ganzen Tag eh unter Wasser und hören nur ein Blubbern. Anders kann ich mir solche Sätze und Slogans nicht erklären. Da finde ich es eben gut, dass Volvic draufschreibt: Leute, das Zeug kommt aus’m Berg, aus’m Vulkan um genauer zu sein, und wir füllen es in Flaschen. Nicht mehr und nicht weniger. Ganz ohne Zauberei. Das war jetzt meine Interpretation, keine Sorge, die haben das natürlich schöner ausgedrückt.
Wer beim Trinken auch gerne was lernt, der sollte sich die Grafik anschauen, die auf der Klebebanderole zu sehen ist. Da sickert das Wasser nämlich durch eine Humusschicht, dann durch Andesit, Puzzolan, Basalt und landet dann auf einem Granitsockel. So ist das in den französischen Bergen. Und unten kommt dann Volvic raus. Oder so. Warum ich das jetzt hier erzähle? Ganz einfach. Ich habe in meinem ersten Blog-Posting hier versprochen, dass ich über Puzzolan schreiben werde. Das Ergebnis: Wenn man bei Google “Volvic” und “Puzzolan” eingibt, kommt als zweiter Treffer gleich mein Blogeintrag. Ist doch super, oder? Wenn ich jetzt also nochmal über Puzzolan schreibe, bin ich gespannt, ob ich an Nummer eins rutsche. Ich tue eben alles für ein gutes Google-Ranking.
Jetzt aber mal im Ernst: Hättet Ihr bei dem Begriff Puzzolan an eine Gesteinsschicht gedacht? Sicher nicht. Ich finde, das klingt eher nach einem schwer zu lösenden Netzwerkproblem. Oder nach einem grünen Schwamm, mit dem man besonders gut Ecken putzen kann. Könnte aber auch ein Tier sein, dann aber ein eher kleines, langes und fast durchsichtiges, das gerne im Korallenriff haust und sich von einsamen Seepferdchen ernährt. Oder? Was meint Ihr?
PS: Keine Angst – derartige Gedanken werden NICHT durch Wassertrinken ausgelöst. Egal welcher Marke. Die hatte ich auch vorher schon. Sogar als Teenager, als ich mich ausschließlich von Zitronenlimo ernährt habe. Nein, nicht ernährt – ertrunken? Hmmm…
PPS: Wusstet Ihr, dass es in Deutschland 499 Mineralwässer gibt? Weltweit natürlich noch viel mehr! Wenn Euch also mal jemand fragt, was die Leute in Jamaika so trinken, dann könnt Ihr brüllen: Catherine’s Peak! Denn Ihr kennt ja diese Seite...