Kategorie ‘Medien & Kultur’

Fünf Oscars. Ein Hund. Schwarz und Weiß – The Artist

George Valentin ist glücklich verheiratet, besitzt einen Hund und ist ein gefeierter Star im Hollywood der späten 1920er Jahre – bis plötzlich die unscheinbare Peppy Miller in sein Leben tritt. “The Artist” – der Überraschungserfolg 2011.

Auch wenn der französische Regisseur Michel Hazanavicius auf Farbe und Ton verzichtete, so fehlt dem Film etwas ganz Wichtiges sicher nicht: Liebe. Die Liebe zum Detail, welche man den Schauspielern, unter anderem Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell oder aber Jack, dem Jack Russel Terrier, sofort anmerkt, ist beeindruckend. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wartet man gespannt, wie sich die Beziehung zwischen George (Jean) und Peppy (Bérénice) entwickeln wird während man gleichzeitig an den Lippen der Schauspieler klebt.

Der Enthusiasmus und Wagemut des Regisseurs sowie der Crew, mal etwas anderes zu machen als 3D oder mit Spezialeffekten überladene Filme, hat sich gelohnt. “The Artist” wurde unter anderem mit fünf Oscars, drei Golden Globes sowie zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet – zu Recht wie wir finden.

Audrey Tautou dreht wieder: Die Dreharbeiten zu “Der Schaum der Tage” beginnen im Frühjahr

Cineasten können sich freuen. Im Frühjahr 2011 stehen Audrey Tautou und Romain Duris nach den beiden erfolgreichen Teilen von „L‘auberge Espagnole“ endlich wieder gemeinsam vor der Kamera. Zu verdanken ist das dem Regisseur Michel Gondry, der die beiden Ausnahmeschauspieler für sein neustes Projekt verpflichten konnte. Geplant ist die Verfilmung der Romanvorlage „Der Schaum der Tage“ (L´Ecume Des Jours) von Boris Vian aus dem Jahr 1947.

Duris übernimmt darin die Rolle des Lebemanns Colins, der sein exzentrisches und extravagantes Leben mit schönen Frauen und ausschweifenden Parties in vollen Zügen genießt. Das ändert sich als er Chloé (Audrey Tautou) kennenlernt. Sie verzaubert ihn vom ersten Moment an und er verliebt sich Hals über Kopf. Die beiden heiraten. Doch das Glück der beiden ist nur von kurzer Dauer. Noch auf der Hochzeitsreise verspürt Chloé einen unangenehmen Druck in der Brust. Die Diagnose ist skurril und erschreckend zugleich: Chloé wächst eine Seerose in der Lunge und kein Arzt scheint in der Lage zu sein, ihr bei der ungewöhnlichen Krankheit helfen zu können.

Wann der Film in den Kinos anlaufen wird ist noch vollkommen unklar. Bisher heißt es, man müsse sich gedulden und auf ein schönes Ergebnis freuen.

Wasserskulpturen von Shinichi Maruyama

Wasser als Skulptur – wie soll denn das funktionieren? Geht das überhaupt? Wie das aussehen kann, zeigt der New Yorker Fotografie-Künstler Shinichi Maruyama. Er hat eine einzigartige Methode entwickelt, um Wasser eine Form zu geben. Durch den Einsatz von spezieller Slow-Motion-Technik kann er das Wasser in wunderschönen Momenten einfangen. So gelingt es ihm, kurze Augenblicke, die für das menschliche Auge sonst kaum sichtbar sind  für die Ewigkeit auf Zelluloid zu bannen.

Seine Kunst beginnt mit einem einzigen Tropfen, der dann das Ganze ins Rollen zu bringen scheint. Es entstehen wunderschöne Figuren aus Wasser, die aussehen, als ob sie langsamen tanzen. Obwohl Maruyamas gekonnte Komposition in Bewegung ist, strahlt sie dennoch eine unglaubliche Ruhe aus.

www.shinichimaruyama.com

Buchtipp: Métronome von Lorant Deutsch

Métronome von Lorant Deutsch

Métronome von Lorant Deutsch

Das Buch „Métronome“ vom Schauspieler und Neu-Schriftsteller Lorant Deutsch lässt sich in keine Schublade stecken. Spielend leicht bewegt es sich zwischen unterhaltsamer Lektüre, Reiseführer und informativem Geschichtsbuch.

Lorant Deutsch selbst kam als Jugendlicher nach Paris und verliebte sich sofort in die Metropole. Doch erst jetzt gelang es ihm, die faszinierende Geschichte der Stadt in ein völlig neues Gewand zu verpacken. Er erzählt von Paris und Frankreich im Rhythmus der Metro. Die 21 U-Bahn-Stationen geben dabei den Rahmen für 21 Geschichten, Anekdoten und Fakten zur Pariser Vergangenheit. Die Kapitel sind mal merkwürdig, mal spannend, mal witzig, aber immer unerwartet. Oder wusstet ihr schon, dass unter dem Eiffelturm die letzten gallischen Kämpfer gegen die römische Besatzung begraben sind oder dass ein Kerker der Bastille von einem Bistro zum kühlen Weinlager umfunktioniert wurde? Weitere überraschende Informationen über die geschichtsträchtige Stadt finden Paris-Fans und Geschichtsinteressierte in „Métronome“.

Wie gut Lorant Deutsch der Spagat zwischen Unterhaltung und Wissen gelingt, zeigt der Erfolg des Buches: Seit der Veröffentlichung im September 2009 wurden mehr als 500.000 Exemplare verkauft.

Hier kann das Buch direkt bestellt werden: http://wong.to/4o74y

Charlotte Gainsbourg und Pete Doherty gemeinsam vor der Kamera

Ein besonders spannendes Filmprojekt soll im März 2011 beendet werden. Sylvie Verheyde dreht in Frankreich und Deutschland ihren vierten Spielfilm. Die Regisseurin verfilmt aktuell den autobiografischen Roman „Bekenntnis eines jungen Zeitgenossen“ (La confession d’ un enfant du siècle) von  Alfred de Musset. Der Autor verarbeitet in diesem Werk seine Beziehung zu und Trennung von der berühmten Schriftstellerin George Sand.

Spannend ist aber nicht nur der Inhalt des Films, sondern auch seine Besetzung. Neben Charlotte Gainsbourg konnte Verheyde auch den britischen Sänger Pete Doherty für den Film verpflichten.  Besonders den Skandalrocker und Babyshambles-Frontman Doherty in dieser für ihn ungewohnten Rolle zu sehen, dürfte sehenswert sein.

Filmtipp: “Der Auftragslover”

Herzensbrecher als Berufsbezeichnung? Für Alex (Romain Duris) ist das Verführen von Frauen kein Hobby, sondern sein Job. Denn zusammen mit seiner Schwester besitzt er eine Agentur, die sich darauf spezialisiert, sich in Beziehungen einzumischen und diese schließlich zu zerstören. Beauftragt werden sie in der Regel von besorgten Familienmitgliedern, die den Partner der geliebten Tochter oder Schwester nicht für angemessen halten.

Ein Auftrag jagt den nächsten und alles läuft perfekt nach Plan – bis sie angeheuert werden, die Hochzeit von Millionärstochter Juliette (Vanessa Paradis) zu verhindern. Die bleibt vom Charme des erfolgsverwöhnten Alex völlig unbeeindruckt und lässt sich einfach nicht in seinen Bann ziehen. Alex gibt alles, denn bis zur Hochzeit bleibt ihm nur eine Woche.

In der charmanten Komödie trifft eine schöne Frau auf einen perfektionistischen Trickser. In Frankreich war „L’Arnacoeur“ schon ein absoluter Erfolg. Den romantische Film mit Vanessa Paradis in der weiblichen Hauptrolle sollte man sich nicht entgehen lassen :) Anschauen lohnt sich – von dem einfallslosen Titel auf Deutsch sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Zur Website des Films: www.derauftragslover.de

“Die Kinder von Paris” ab 10. Februar 2011 in den deutschen Kinos

Am 10. Februar 2011 kam ein französischer Film in die die deutschen Kinos, der bewegenden Bildern eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte beleuchtet. Die „Kinder von Paris“ von Rose Bosch erzählt die weitestgehend unbekannte Geschichte der Deportation von insgesamt 13.000 Pariser Juden am Beispiel des authentischen Schicksals von Joseph „Jo“ Weismann.

Paris 1942: Der gerademal elfjährige Jo (Hugo Leverdez) freut sich auf die langersehnten Sommerferien. Er freut sich auf Spielen im Park, Jahrmärkte und Kino. Doch schnell muss er feststellen, dass ihm zu allem der Zutritt verwehrt wird. Denn Jo und seine Familie sind Juden, für die das Leben in Frankreich unter dem Vichy-Regime zunehmend schwerer wird. Es folgen die Kennzeichnung mit dem Judenstern, Massenrazzien und schließlich auch Deportationen.

Trotz des sensiblen Themas – oder vielleicht gerade deshalb – gelang es Rose Bosch Frankreichs Schauspiel-Elite zu verpflichten. Neben dem internationalen Superstar Jean Reno, der in der ungewöhnlich sanften Rolle des Lagerarztes Dr. David Sheinbaum brilliert, standen Shootingstar Mélanie Laurent (Inglourious Basterds) als couragierte Rotkreuzschwester und Ausnahmeschauspielerin Sylvie Testud für das Historiendrama vor der Kamera.

Allein in Frankreich lockte der Film drei Millionen Zuschauer in die Kinos und weckte das öffentliche Interesse für das unbequeme und so lang verdrängte Thema.  Jetzt kommt der Film auch endlich in unsere Kinos.

Habt Ihr auch vor, Euch den Film in den nächsten Tagen anzusehen?