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Charlotte Gainsbourg und Pete Doherty gemeinsam vor der Kamera

Ein besonders spannendes Filmprojekt soll im März 2011 beendet werden. Sylvie Verheyde dreht in Frankreich und Deutschland ihren vierten Spielfilm. Die Regisseurin verfilmt aktuell den autobiografischen Roman „Bekenntnis eines jungen Zeitgenossen“ (La confession d’ un enfant du siècle) von  Alfred de Musset. Der Autor verarbeitet in diesem Werk seine Beziehung zu und Trennung von der berühmten Schriftstellerin George Sand.

Spannend ist aber nicht nur der Inhalt des Films, sondern auch seine Besetzung. Neben Charlotte Gainsbourg konnte Verheyde auch den britischen Sänger Pete Doherty für den Film verpflichten.  Besonders den Skandalrocker und Babyshambles-Frontman Doherty in dieser für ihn ungewohnten Rolle zu sehen, dürfte sehenswert sein.

“Die Kinder von Paris” ab 10. Februar 2011 in den deutschen Kinos

Am 10. Februar 2011 kam ein französischer Film in die die deutschen Kinos, der bewegenden Bildern eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte beleuchtet. Die „Kinder von Paris“ von Rose Bosch erzählt die weitestgehend unbekannte Geschichte der Deportation von insgesamt 13.000 Pariser Juden am Beispiel des authentischen Schicksals von Joseph „Jo“ Weismann.

Paris 1942: Der gerademal elfjährige Jo (Hugo Leverdez) freut sich auf die langersehnten Sommerferien. Er freut sich auf Spielen im Park, Jahrmärkte und Kino. Doch schnell muss er feststellen, dass ihm zu allem der Zutritt verwehrt wird. Denn Jo und seine Familie sind Juden, für die das Leben in Frankreich unter dem Vichy-Regime zunehmend schwerer wird. Es folgen die Kennzeichnung mit dem Judenstern, Massenrazzien und schließlich auch Deportationen.

Trotz des sensiblen Themas – oder vielleicht gerade deshalb – gelang es Rose Bosch Frankreichs Schauspiel-Elite zu verpflichten. Neben dem internationalen Superstar Jean Reno, der in der ungewöhnlich sanften Rolle des Lagerarztes Dr. David Sheinbaum brilliert, standen Shootingstar Mélanie Laurent (Inglourious Basterds) als couragierte Rotkreuzschwester und Ausnahmeschauspielerin Sylvie Testud für das Historiendrama vor der Kamera.

Allein in Frankreich lockte der Film drei Millionen Zuschauer in die Kinos und weckte das öffentliche Interesse für das unbequeme und so lang verdrängte Thema.  Jetzt kommt der Film auch endlich in unsere Kinos.

Habt Ihr auch vor, Euch den Film in den nächsten Tagen anzusehen?

Hochspannung auf Französisch: Die Purpurnen Flüsse

Der französische Film ist bekannt für seine Meisterwerke mit hohem künstlerischem Anspruch, weniger für spannende Thriller. Eine Ausnahme bildet da der Film „Die Purpurnen Flüsse“ aus dem Jahr 2000 vom Regisseur Mathieu Kassovitz.

Die Story des Films hätte Hollywood nicht besser schreiben können: In einer abgelegenen Universitätsstadt hoch in den Alpen passiert ein grausamer Mord. Für die Ermittlungen in dem rätselhaften Fall wird Pierre Niémans, gespielt von Jean Reno, von der Pariser Kriminalpolizei extra in die kleine Stadt geschickt. Zur gleichen Zeit ermittelt zweihundert Kilometer entfernt der junge Inspektor Max Kerkerian in einem Fall wegen Grabschändung. So mysteriös die Fälle auch sind, anfangs scheinen sie keine Parallelen aufzuweisen. Bis zu dem Zeitpunkt als die Ermittlungen Kerkerian in die Universitätsstadt führen und die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere aufeinander treffen. Gemeinsam machen sie sich an die Aufklärung der Fälle.

Dem ungleichen Paar bei den Ermittlungen zuzuschauen ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern vor allem eines: unglaublich spannend. Mathieu Kassovitz gelingt es eine nervenzerreißende Stimmung zu erzeugen und die einzelnen Erzählstränge logisch miteinander zu verknüpfen. Fast bis zur letzten Sekunde fiebert man mit den Protagonisten mit und versucht hinter das Rätsel der geheimnisvollen Morde zu kommen.

Der Film erhält von mir persönlich das Prädikat spannender, sehenswerter und doch irgendwie französisch- geistreicher Film. Besonders lohnt sich die DVD in der 2-Disc-Version. Auf der zweiten Zusatz-DVD erklärt Regisseur Mathieu Kassovitz einige Hintergründe zum Film.

Französische Filmgeschichte

Wer sich mit dem Phänomen Film schon einmal intensiver auseinander gesetzt hat, der weiß das alles in Frankreich mit den Brüdern Auguste und Louis Lumière seinen Lauf genommen hat. Doch wie ging es danach im dem französischen Film weiter?

Auf der Seite www.35millimeter.de werden zahlreiche Texte zur Filmkunst und seiner Geschichte zur Verfügung gestellt. Neben der deutschen, englischen, US-amerikanischen, italienischen und russischen Filmgeschichte, wird hier natürlich auch die französische genauer unter die Lupe genommen. Von den Beginnen in der Mitte der  1890er Jahre bis zu den 1960er Jahren werden bedeutende Themen, Filme und Personen der einzelnen Jahrzehnte aufgezeigt. Vom Film d´ Art bis zur Nouvelle Vague werden alle Höhen und Tiefen der französischen Filmgeschichte beleuchtet.

Es fehlen noch Texte zur jüngeren Vergangenheit. Aber bei der stetig wachsenden Zahl an Texten auf der Seite, mache ich mir keine Sorgen, dass ich hier nicht auch bald Informationen zu neueren, französischen Filmen wie „Die zauberhafte Welt der Amelie“ oder „Willkommen bei den Sch’tis“ bekomme.

Ganz großes Kino – Deutsche Filme in Frankreich

Filmkamera

Filmkamera (www.flickr.com / Marcin Wichary)

Die Franzosen gelten als absolute Cineasten mit einen gehoben und exquisiten Geschmack, was die die Auswahl ihrer Lieblingsfilme betrifft. Dazu gehören natürlich größtenteils französische Filme. Deutsche Filme hingegen sind nicht oft in französischen Kinos zu sehen. Doch das soll nicht so bleiben. Denn der deutsche Film hat mehr zu bieten als die meisten Franzosen vermuten.  Die Goethe Institute und deutschen Häuser in ganz Frankreich versuchen mit viel Aufwand, dem französischen filmbegeisterten Publikum neue deutsche Filme näherzubringen.

So wird zum Beispiel einmal jährlich das Festival du film allemand in Paris von der Export-Union, der  Außenvertretung des deutschen Films, organisiert. In Zusammenarbeit der Goethe Institute und der Export-Union wird seit einiger Zeit noch zusätzlich das jährlich stattfindende CinéAllemand, ein Festival des Jugend-Films, veranstaltet. Die Festivals finden nicht in den  Goethe Instituten, sondern in Kinos statt. Damit sollen vor allem junge Franzosen wie Studenten und Schüler angesprochen werden. Zum besseren Verständnis werden alle Filme französisch untertitelt.

Was sind eure liebsten, deutschen Filme, die kein Franzose verpassen sollte?

Die zauberhafte Welt der Amelie

Denkt man an französische Filme aus den letzten Jahren, kommt fast jedem als erstes „Die zauberhafte Welt der Amelie“ in den Sinn. Der Spielfilm aus dem Jahr 2001 mit dem Originaltitel „Le fabuleux destin d’Amélie Poulain“ überzeugt vor allem durch seine  magischen Momente.

Mit den Augen von Amelie, gespielt von der großartigen Audrey Tautou, entdeckt der Zuschauer die Schönheit der kleinen Dinge. Denn die Amelie hat ihre ganz eigene Art die Welt wahrzunehmen. Sie hat ein Talent, dass den meisten Menschen vor lauter Alltag und Hektik leider verloren gegangen ist: Amelie kann die leisen Töne noch hören und die zarten Gesten noch schätzen. Mit ihrer zauberhaften Art steckt Amelie auch ihre Mitmenschen an. Und die, die ihr Glück noch nicht gefunden haben, hilft sie auf die Sprünge. Dabei vergisst sie allerdings fast ihr eigenes Glück…

Wer denn Film noch nicht kennt, sollte das dringend ändern. Denn dieser Film macht glücklich. Und alle, die den Film schon gesehen haben, wissen, dass er mindestens so zauberhaft ist wie die Welt der Protagonistin– und können den Film deshalb immer und immer und immer wieder schauen!

Hier bekommt ihr einen netten Vorgeschmack und könnt euch den Trailer zum Film anschauen. Viel Spaß!

Und hier geht es zur Website des Films: www.amelie-der-film.de

Romy Schneider – Eine Deutsche in Frankreich

Ihre ersten Erfolge feierte Romy Schneider zwar mit der „Sissi“-Trilogie in Deutschland, doch danach zog es die erst 20-jährige Schauspielerin nach Frankreich. Sie wollte nicht mehr die kindliche Kaiserin sein, sondern suchte anspruchsvolle Charakterrollen mit starken Frauen als Hauptfigur. Dieser Kampf um Unabhängigkeit und Anerkennung als seriöse Schauspielerin wird besonders gut im Film „Romy“ (2009, ARD) dargestellt.

Mit einer verblüffenden Ähnlichkeit spielt Jessica Schwarz die schwierige Rolle der Romy Schneider. Sie schafft es, die vielen Facetten der Schneider einzufangen, ihre Verletzbarkeit, ihren Stolz, ihre Wut, ihre Tendenz zur Selbstzerstörung, ihre unermüdliche Suche nach Liebe und Glück.

Mit „Romy“ ist die erste Verfilmung von Romy Schneiders Leben und der Versuch, dem Mythos des gefeierten Leinwandstars nachzuspüren. Wie ich finde, wird dieser Film Romy Schneider auf jeden Fall gerecht. Er zeigt sehr fesselnd ein leidenschaftlich und intensiv gelebtes Leben zwischen Deutschland und Frankreich.

Habt ihr den Film gesehen? Was haltet ihr davon? Weiß jemand, ob dieser Film auch auf DVD erhältlich ist?

Before Sunset

„Before Sunset“ von 2004 ist die erfolgreiche Fortsetzung von „Before Sunrise“ aus dem Jahr 1995. Spielt die Handlung von Before Sunrise noch in Wien, wurde die Geschichte von Before Sunset in die Stadt der Liebe, nach Paris, verlegt.

Das am Ende von Before Sunrise von Jesse (Ethan Hawke) und Celine (Julie Delpy) vereinbarte Wiedersehen nach sechs Monaten, kommt in Before Sunset mit neun Jahren Verspätung endlich zustande. Jesse, inzwischen als Autor mir der Erzählung zu der ersten Begegnung erfolgreich, und die engagierte Umweltaktivistin Celine durchwandern bei dieser zweiten Begegnung Paris und reden über Themen wie Spiritualität, ihr Liebesleben mit den jeweiligen Partnern und natürlich über ihre gemeinsame, unvergessene Nacht in Wien.

Der Regisseur Richard Linklater folgt den beiden Protagonisten in wunderschönen Bildern durch die Stadt der Liebe. Doch der Film besticht nicht nur durch seine Bilder, sondern vor allem durch die erstklassigen Dialoge. 77 Minuten lang zwei Personen beim Reden zuhören klingt erst einmal ziemlich langweilig – nicht aber bei diesen beiden, so lebensnah, spontan, intelligent, humorvoll und temporeich reden sich Ethan Hawke und Julie Delpy durch Paris. Ihrem wunderbaren Timing ist es zu verdanken, dass jede Pointe sitzt.

Auch wenn Fortsetzungen von perfekten Filmen äußerst riskant sind, ist Before Sunset ein würdiger und faszinierender Nachfolger von Before Sunrise.

Habt ihr diesen Film schon gesehen? Was meint ihr? Lohnenswert? Oder eher nicht? Welchen Paris-Film könntet ihr immer wieder schauen?

8 Frauen – und ein toter Mann

Wer bei dem Titel „8 Frauen“ denkt, der Film ist nichts für Männer, irrt. In diesem fulminanten Film von 2002 verbindet der Regisseur  François Ozon virtuos die verschiedensten Genres wie Komödie, Musical und Krimi. Schon die Besetzungsliste ist sensationell. In diesem Film versammelt sich die Elite der französischen Schauspielerinnen der vergangenen fünf Jahrzehnte, allen voran Catherine Deneuve und Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart und Fanny Ardant bis hin zu Jungstars wie Virginie Ledoyen und Ludivine Sagnier. Die acht Leinwandgrößen spielen in diesem Film aber nicht nur, sondern singen jede jeweils eine eigene Musiknummer.

Die Story ist schnell erzählt, aber deshalb nicht weniger komplex. Frankreich in den 50er Jahren. Zu Weihnachten trifft sich eine Großfamilie, genauer gesagt 8 Frauen und ein Mann, in einem malerisch eingeschneiten Landhaus. Doch schon bereits am nächsten Morgen ist die Idylle dahin: Der Mann des Hauses liegt mit Messer im Rücken tot im Bett. Jede der Frauen macht sich verdächtig, alle haben ein Motiv. Es entsteht ein munteres Spiel aus gegenseitigen Beschuldigungen. Die Fassade beginnt zu bröckeln und die dunkelsten Geheimnisse der acht Frauen kommen ans Tageslicht. Doch mit der Auflösung des Falles hat keiner gerechnet…

Wer diesen Film gesehen hat, weiß, warum er mit diversen Preisen überschüttet wurde. Die originelle und einfallsreiche Kombination von Unterhaltungskino und Kunstfilm bietet eine Vielzahl an magischen Momenten. Ein absolutes Muss für Cineasten!

Willkommen bei den Sch´tis

Paris, die Cote d´Azur, die Provence oder auch die Auvergne – alles beliebte Regionen, bei Touristen und Franzosen gleichermaßen. Aber wer hat schon einmal etwas von der Region Nord-Pas-de-Calais gehört? Kaum jemand. Und die wenigen, denen die Region ein Begriff ist, wollen nicht hin.

Kalt. Unwirtlich. Beschränkte Bewohner. So denken die Südfranzosen über den Norden ihres Landes. Ganz zu schweigen von dem nur schwer bis gar nicht verständlichen Dialekt, dem Sch´ti.

Genau damit sieht sich Philippe Abrams, der Protagonist des Film „Willkommen bei den Sch´tis“, konfrontiert, als er nach Bergues im äußersten Norden Frankreichs strafversetzt wird. Nur schwer kann er sich an das fremdartige Leben der Sch´tis gewöhnen. Doch muss er am Ende vielleicht doch erkennen, dass es sich im Norden ganz gut leben lässt?

Wenn ihr diesen Film noch nicht gesehen habt, dann schaut ihn euch unbedingt an! Es lohnt sich – glaubt es mir. Nicht ohne Grund ist  „Willkommen bei den Sch´tis“ der erfolgreichste französische Kinofilm aller Zeiten. Die Komödie lebt von seinen liebenswerten Figuren und natürlich – allein schon wegen des Dialekts – urkomischen Dialogen.

Coco Chanel – der Film

Frankreich ist über seine Grenzen hinaus bekannt. Für guten Wein, für den Eifelturm, aber auch für Mode.

Ein Name, der untrennbar mit französischer Mode verbunden ist, ist „Gabrielle Bonheur Chasnel“. Noch nie gehört? Kein Wunder! Weitaus berühmter ist diese Frau unter dem Namen Coco Chanel. Sie prägte nicht nur den Stil der Französinnen, sondern den der Frauen weltweit. Unvergessen ist das „Kleine Schwarze“, das noch bis heute in den Kleiderschrank einer jeden Frau gehört oder das Tweed-Kostüm, das unter anderem von Jackie Kennedy so sehr geschätzt wurde.

Audrey Tatou

Bildquelle: flickr, ivoryelephantphotography (nach den creative commons Lizenzen)

Jetzt wurde das Leben der einflussreichen Französin verfilmt. „Coco Chanel – der Beginn einer Leidenschaft“ zeigt eindrucksvoll das Leben eines kleinen Waisenmädchens, das über harte Umwege zur bekanntesten Modeschöpferin der Welt geworden ist. Coco Chanel wird dabei wunderbar von der entzückenden Audrey Tautou verkörpert, die all die Facetten dieser starken Frau und Persönlichkeit aufzeigt.

Den DVD-Start kann ich kaum noch erwarten, so fesselnd ist das Leben der „Grande Dame der Mode“. Hier der Kinotrailer dazu:

DVD-Tipp: Der Schmetterling

Szenenbild aus "Le papillon"Ein alter Mann begegnet einem jungen Mädchen – und entdeckt dadurch das Leben neu. Das ist kurz zusammengefasst die Geschichte des französischen Films „Der Schmetterling – Le Papillon“. Julien ist ein Schmetterlings-Sammler – ein betagter Mann mit weißem Bart und mürrischem Wesen. Erst als er schon längst unterwegs ist, um einen besonders seltenen Schmetterling zu finden,  bemerkt er, dass er nicht allein ist: Die kleine Elsa hat sich ihm angeschlossen. Hartnäckig sucht sie seine Nähe, stellt unablässig Fragen – und verzaubert ihn und wohl auch alle Zuschauer innerhalb der 83 Minuten, die dieser Film dauert. Im Kino war der Film ein Hit: Über eine Million Menschen sahen ihn in Frankreich. Wer ihn sich auf DVD kauft, der sollte sich ruhig mal die Original-Tonspur anhören: So schwer ist das Französisch der beiden Hauptdarsteller Michel Serrault und Claire Bouanich gar nicht zu verstehen! Hier gibt es einen Ausschnitt aus der deutschen Version:

[audio:http://www.koolfilm.de/schmetterling/presse/klappehalten.mp3]