Äthiopien
Äthiopien ist ein Staat im Nord-Osten Afrikas. Er liegt am so genannten Horn von Afrika und verfügt über eine Fläche von 1.127.127 m². Damit ist Äthiopien so groß wie Spanien und Frankreich zusammen.
Das Land grenzt an Eritrea, Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti. Heute leben in Äthiopien circa 77 Millionen Menschen, davon allein 3 Millionen in der Landeshauptstadt Addis Abeba. Weitere große Städte sind Dire Daoua, Gonder, Dessie und Harar.
Amtssprache in Äthiopien ist Amharisch, es werden jedoch über 70 weitere Sprachen gesprochen. Die meist verbreitete europäische Sprache ist Englisch.
Die Landschaft Äthiopiens zeichnet sich durch Vulkane und ein bergiges Zentralplateau aus, das an drei Seiten von Wüsten umgeben ist. Es ist das äthiopische Hochland, welches durch das Rift Valley geteilt wird. Der Berg Simiens ist mit 4.620m der vierthöchste Berg Afrikas. Der Landesteil südlich von Addis Abeba ist für seine acht Seen bekannt.
Äthiopien besticht durch sein stark wechselndes Klima – einerseits Schneefall in den Bergen, andererseits Temperaturen von bis zu 50 Grad in der Wüste. Im Norden regnet es zwischen Juni und Oktober, im südlichen Landesteil nur zwischen März und Mai. Es kommt hinzu, dass der Regen schnell im Boden versickert oder sofort verdunstet.
In den achtziger Jahren war Äthiopien eines der Länder, das am stärksten von den ausbleibenden Regenfällen in der Sahelzone betroffen war. Bis heute haben vier von fünf Menschen in Äthiopien keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat – die Bevölkerung setzt sich aus 80 unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammen, deren Größe stark variiert.
So heterogen wie die ethnische Zugehörigkeit ist auch die religiöse: Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften sind die äthiopisch-orthodoxen Christen und die sunnitischen Muslime. Dazu kommen Katholiken, Siebenten-Tags-Adventisten, Neuapostolische Kirche, Anhänger von Naturreligionen, Angehörige der äthiopisch-evangelischen Kirchen, Hindus und Sikhs.
Zur jüngeren Geschichte: Während des Zweiten Weltkrieges befreite sich Äthiopien aus der italienischen Kolonialherrschaft. 1974 kam es zu einem Militärputsch, der langjährige Regierungschef Haile Selassie musste sein Amt abgeben. Nach vielen Unruhen, Putschversuchen, großen Flüchtlingsproblemen und Dürrekatastrophen, löste die EPRDF Partei den sozialistischen Staat 1991 auf, 1994 wurde eine Verfassung erlassen und 1995 kam es zu den ersten freien Wahlen in Äthiopien.




