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Äthiopien - das Land

Äthiopien liegt im Osten des afrikanischen Kontinents, am so genannten Horn von Afrika. Das Land ist etwa so groß wie Frankreich und Spanien zusammen.

Heute leben in Äthiopien rund 77 Mio Menschen, allein 3 Millionen in der Hauptstadt Addis Abeba. Die Bevölkerung wächst schnell - Experten rechnen bis 2015 mit 94 Millionen Einwohnern.

Jahrelang ausbleibende Niederschläge in der Sahelzone führten Anfang der 80er Jahre zu Missernten und Hunger in 20 afrikanischen Nationen – Äthiopien war mit 1 Mio Opfern am schlimmsten betroffen, die Hungerkatastrophe sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Vier von fünf Menschen in Äthiopien haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge.
Armut beginnt mit Wasserarmut
 

Armut beginnt mit
Wasserarmut

Äthiopien ist eins der ärmsten Länder der Welt. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in ländlichen Regionen. Viele davon - wie Amhara oder Somali - sind stark von Wasser­mangel betroffen.

Der wenige Regen, der fällt, verdunstet auf dem meist wüstenartigen Boden schnell. Vor allem im Sommer, wenn das Thermometer auf 45 – 50 °C klettert.

Die Gesundheitssituation

Die Lebensbedingungen von Millionen Familien in Äthiopien sind sehr hart.

Die Kindersterblichkeitsrate ist sehr hoch, 123 von 1000 Kindern sterben jährlich vor Erreichen des fünften Geburtstages. Knapp 35 % aller Kinder unter fünf Jahren leiden zudem an Untergewicht*. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 49 Jahren.

Die Ursachen für die gesundheitliche Lage sind Wassermangel und Mangelernährung, mangelhafte Hygiene bzw. das fehlende Bewusstsein dafür und die schlechte medizinische Versorgung.

Letzteres betrifft vor allem ländliche Regionen wie Somali: Für 25.000 Menschen gibt dort nur eine Krankenstation. Bewohner aus entlegenen Dörfern können sie nur schwer erreichen und die normalen Behandlungen sind kostenpflichtig, das heißt: für viele Menschen unbezahlbar. Dabei wären viele Infektionen vermeidbar, die Sterblichkeitsrate bei Kindern könnte deutlich gesenkt werden.

UNICEF hilft der Bevölkerung in den besonders betroffenen Gebieten mit Hygiene-Unterricht und baut gemeinsam mit den Dorfbewohnern sanitäre Anlagen; 28000 Latrinen sind in den Regionen Amhara und Afar bereits gebaut.

* Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
  Aktuelle vorliegende Zahlen aus dem Jahre 2005.
Wer jemals in Äthiopien war, hat erlebt, dass der weinige Regen, der fällt, in Minuten verdunstet und versickert. Sauberes Wasser bedeutet mehr Gesundheit. Mehr Gesundheit bedeutet mehr Lebensfreude.